Neuer Sportbootführerschein

Ab 2018 kommt er der neue Sportbootführerschein: Im Scheckkartenformat wird ab 01. Januar 2018 das bisherige Führerscheindokument ablösen.

Bei Personalausweisen und Kfz-Führerscheinen hat das Kartenformat schon seit langem Einzug in Brieftaschen und Geldbörsen gehalten. Nun wird auch der Sportbootführerschein auf das sogenannte ID1-Kartenformat nach ISO-Norm 7810 umgestellt und erhält damit auch ein neues Design.

Weiterer Vorteil: Bisher hatten Inhaber von Sportbootführerscheinen beider Geltungsbereiche (See und Binnen) stets zwei Führerscheindokumente. Mit dem neuen Führerschein können beide Geltungsbereiche zukünftig auf einer Karte vereint werden.

Alle bisher erteilten Sportbootführerscheine bleiben weiterhin gültig. Wer seinen „alten“ Sportbootführerschein gegen das neue Kartenformat umtauschen möchte, kann dies ab Januar 2018 in den Geschäftsstellen der beiden beliehenen Verbände, DMYV e. V. und DSV, e. V. beantragen.

 

Sportbootführerschein (SBF)

  

Der SBF ist die amtliche Fahrerlaubnis zum Führen von Sportbooten auf den Binnenschifffahrtsstraßen und den Seeschifffahrtsstraßen.

Auf den Binnenschifffahrtsstraßen ist der SBF vorgeschrieben für Fahrzeuge unter 20 Meter Länge (ohne Ruder und Bugspriet) und/oder einer größeren Nutzleistung als 11,03 kW (15 PS); auf dem Rhein ist er vorgeschrieben für Fahrzeuge unter 15 Meter Länge und/oder mit einer größeren Nutzleistung als 3,68 kW (5 PS); in Berlin und Brandenburg ist er auf bestimmten Binnenschifffahrtsstraßen auch vorgeschrieben für Sportfahrzeuge unter Segel. Für den Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen kann der Sportbootführerschein unter Segel, mit Antriebsmaschine oder mit Antriebsmaschine und unter Segel erworben werden.

Auf den Seeschifffahrtsstraßen (bis zu drei Seemeilen) ist der SBF zum Führen von Sportbooten mit Antriebsmaschine (Motorboote und Segelboote) vorgeschrieben für Fahrzeuge mit einer größeren Nutzleistung als 11,03 kW (15 PS). Vorgeschrieben ist er auch zum Führen von gewerbsmäßig genutzten Sportbooten bis zu 300 Meter Abstand vom Ufer bei entsprechender Einzelfallgenehmigung.

 

Mindestalter
unter Segel - 14 Jahre (13 Jahre und 9 Monate am Tag der Prüfung)
mit Antriebsmaschine - 16 Jahre (15 Jahre und 9 Monate am Tag der Prüfung)
Tauglichkeit
Vorlage "Ärztliches Zeugnis für Sportbootführerschein-Bewerber". Ein durch Prüfung erworbener Sportbootführerschein ersetzt das ärztliche Zeugnis bei einer Prüfung zum Erwerb des Sportbootführerscheins für einen anderen Geltungsbereich oder eine andere Antriebsart, sofern er zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht älter als ein Jahr ist.
Zuverlässigkeit
Vorlage eines gültigen Kfz-Führerscheins oder Führungszeugnisses, auf die jeweilige Vorlage wird bei Minderjährigen verzichtet.

 

Sportküstenschifferschein (SKS)

Amtlicher, empfohlener Führerschein zum Führen von Yachten mit Antriebsmaschine und unter Segel in Küstengewässern (alle Meere bis 12 Seemeilen Abstand von der Festlandküste).
Vorgeschrieben zum Führen von gewerbsmäßig genutzten Sportbooten in den Küstengewässern.

ZULASSUNGVORAUSSETZUNGEN

ab 16 Jahren,
Besitz des SBF-See,
Nachweis von 300 Seemeilen auf Yachten mit der jeweiligen Antriebsart in Küstengewässern.

 

Sportseeschifferschein (SSS)

Amtlicher, empfohlener Führerschein zum Führen von Yachten mit Motor und unter Segel in küstennahen Seegewässern (alle Meere bis 30 Seemeilen und Ost- und Nordsee, Kanal, Bristolkanal, Irische und Schottische See, Mittelmeer und Schwarzes Meer).

Vorgeschrieben zum Führen von gewerbsmäßig genutzten Sportbooten in den küstennahen Seegewässern.


ZULASSUNGSVORAUSSETZUNGEN

ab 16 Jahren,
Besitz SBF-See,
Nachweis von 1000 Seemeilen oder nach Erwerb SKS 700 Seemeilen
auf Yachten in küstennahen Seegewässern (nach Erwerb SBF-See) als Wachführer oder dessen Vertreter. Davon mindestens 500 Seemeilen vor der theoretischen Prüfung.

 

Sporthochseeschifferschein (SHS)

Amtlicher, empfohlener Führerschein zum Führen von Yachten mit Motor und unter Segel in der weltweiten Fahrt (alle Meere).
Vorgeschrieben zum Führen von gewerbsmäßig genutzten Sportbooten in der weltweiten Fahrt.


ZULASSUNGSVORAUSSETZUNGEN

ab 18 Jahren,
Besitz Sportseeschifferschein (SSS),
Nachweis von 1000 Seemeilen
auf Yachten im Seebereich (nach Erwerb SSS) als Wachführer. Davon mindestens 500 Seemeilen vor der ersten Teilprüfung.

 

 

Ankern

Ankern ist ein komplexes Thema. Untergrund, Wassertiefe, Windstärke und -richtung, Bootstyp und nicht zu letzt der verwendete Anker müssen zusammenspielen, damit das Ergebnis so wie gewünscht ist - nämlich, dass das Boot an der Stelle bleibt an der man es sich wünscht.

Die folgende Tabelle soll einen kurzen Überblick über die empfohlenen Ankergewichte geben. Sie kann aus den vorgenannten Gründen aber immer nur eine Empfehlung sein.

 

Bootsgewicht in kg Ankergewicht in kg
 150  2,5
 200  3,0
 300  3,5
 400  4,5
 500  5,0
 600  5,5
 750  6,5
 1 000  7,5
 1 500  8,5
 2 000  9,5
 3 000  11,0
 4 000  12,0
 5 000  13,0
 6 000  14,0
 8 000  16,0
 10 000  18,0
 12 000  20,0
 15 000  25,0
 20 000  30,0

 

Rettungsweste

Für jede an Bord befindliche Person eine ohnmachtssichere Rettungsweste mit einem Auftrieb von mindestens 100 N (Feststoffweste oder Automatikweste mit Kragen, keine halbautomatische Weste). Empfehlung: Rettungswesten nach EN ISO 12402-4 oder höherwertig.


Rettungsring oder -kragen

Zusätzlich ein Rettungsring oder -kragen, welcher mit einer mindestens 10 m langen schwimmfähigen Wurfleine versehen sein muss, ebenfalls mit einem Auftrieb von 100 N. Bei Vergnügungsfahrzeugen von weniger als 30 kW (40 PS) Maschinenleistung und bei Segelbooten ohne festen Ballast ist dies jedoch nicht zwingend notwendig, jedoch empfehlenswert. Bitte diese Wurfleine aus Sicherheitsgründen nicht am Boot befestigen.


Bootshaken

Ein Bootshaken, auch bei kleinen Booten und Schlauchbooten (ausziehbar).


Paddel

Ein Paddel, besser zwei Paddel oder Ruder, bei Schiffen über 2,5 Tonnen Gesamtgewicht oder einem Freibord von mehr als einem Meter kann darauf verzichtet werden.


Werkzeug

Eine Mindestausrüstung an Werkzeug, die der Bootsgröße angepasst sein soll.


Mundsignalhorn

Ein Mundsignalhorn (kein Presslufthorn).


Verbandskasten

Ein Verbandskasten, könnte für kleine Boote auch aus dem Motorradzubehör kommen.


Anker

Einen Anker, das Gewicht muss der Schiffsgröße angepasst sein:
Bootsgewicht Gewicht des Ankers
bis 700 kg 5 kg
bis 1.000 kg 6 kg
bis 1.300 kg 9 kg
bis 2.000 kg 12 kg
bis 3.500 kg 15 kg
über 3.500 kg 16 - 20 kg


Rote Flagge

Eine rote Flagge (Notsignal), mindestens 60 cm x 60 cm Kantenlänge (Flagge darf keine Zacken haben, da dies der Buchstabe "B" des Internationalen Flaggenverzeichnisses ist!).


Notbeleuchtung

Eine Notbeleuchtung, als rundumleuchtendes Licht, welches eine Sichtweite von ca. 2 km hat. Dies sind z. B. eine Petroleumleuchte oder eine batteriebetriebene Rundumleuchte, jedoch keine Taschenlampe!


Kompass

Ein Kompass, kann bei kleinen Booten auch ein Taschenkompass sein.


Feuerlöscher

Feuerlöscher, für alle Schiffe mit Einbaumotoren, deren Leistung 4,4 kW (6PS) übersteigt oder bei Koch- bzw. Heizeinrichtung. Boote mit Außenbordmotoren deren Leistung 7,4 kW (10PS) übersteigt, müssen ebenfalls einen Feuerlöscher mitführen. Die Feuerlöscher müssen eine Mindestfüllgewicht von 2 kg haben. Die Anzahl der Feuerlöscher richtet sich nach dem Kraftstofftankinhalt: pro 100 Liter (möglichen) Kraftstofftankinhalt ist 2 kg Löschmedium notwendig. Der Feuerlöscher muss typengeprüft und in regelmäßigen Abständen von zwei Jahren kontrolliert werden (siehe Prüfplakette) und für die entsprechende Brandgefahr an Bord geeignet sein. Als zusätzliches Gerät für Koch- und Heizeinrichtungen kann auch eine Löschdecke anerkannt werden.


Mechanische Lenzeinrichtung

Eine mechanische Lenzeinrichtung, am besten eine kräftige Handlenzpumpe, die nicht fest installiert sein muss. Fest installierte Pumpen sind aber leichter zu bedienen.